Specialized RDC #3 Saalbach

Rennbericht: Glemmride Bike Festival

Am ersten Juliwochenende gastierte der Specialized Rookies Cup im Rahmen des GlemmRide Festivals in Saalbach. 350 Fahrer und Fahrerinnen aus 22 Nationen gingen an den Start und lieferten einen hochkarätigen Wettbewerb ab.

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Seit nunmehr vier Jahren ist die Nachwuchsserie Teil des GlemmRide Festivals, welches in diesem Jahr nun seine fünfte Auflage feierte. Neben dem Specialized Rookies Cup, der in diesem Jahr im Übrigen wieder ausgebucht war, gab es jede Menge Action. Das absolute Highlight war sicherlich wieder der FMB Gold Slopestyle Contest, bei dem sich die Creme de la Creme der Styler durch die Luft katapultierte. Daneben gab es wieder eine riesige Expo-Area mit etwa 50 Ausstellern, die die neusten Produkte präsentierten und jede Menge Testräder zum Verleihen mitgebracht hatten. Denn auch dafür steht das Festival: Der Besucher soll nicht einfach nur Schauen, sondern selbst aufs Rad steigen und die Trails um Saalbach Hinterglemm erleben. Und wenn man dann den Tag vielleicht so verbracht hat, dass die Kids beim Rookies Cup mitgefahren sind und man selbst ein paar Abfahrten in den Beinen hatte, dann boten die Partys am Abend mit Livemusik und DJs genau den richtigen Abschluss.

Am Freitag stand für die Teilnehmenden des Rookies Cups die Startnummernausgabe an. Am Nachmittag war dann der Kurs im normalen Bikeparkbetrieb geöffnet, so dass die ganz Fleißigen schon ein paar Abfahrten sammeln konnten. Von 17.00 bis 19.00 Uhr war dann der Track Walk angesetzt, bei dem die Linien diskutiert wurden.

Finish Area - RDC Saalbach 2019.jpg

Am Samstag wurde es dann wieder ernst, wobei das Wetter für eine entspannte Atmosphäre mit Sommerfeeling sorgte. Ab acht Uhr mussten die Pflichttrainingsläufe absolviert werden, die eine zwingende Voraussetzung für die Zulassung zum Seeding Run am Nachmittag waren. Dieser startete dann pünktlich um halb drei und bot allen einen ersten Überblick, wer wohl die Favoritenrollen in den verschiedenen Klassen übernehmen würde. Schon der erste Blick in die Startliste offenbarte wieder sehr gut besetzte U13 und U15 Klassen. Insgesamt standen 120 Kids am Start, denen nur in dieser Serie die Möglichkeit des Rennenfahrens gegeben wird. Aber Saalbach ist eben auch Magnet für einige bekannte Namen der älteren Semester: Angelika Hohenwarter, Helene Fruhwirth, Wilfred van de Haterd, Boris Tetzlaff oder Fabio Wibmer, um nur ein paar Namen zu nennen.

Fabio Wibmer scheint seine Zehverletzung wenig zu behindern Fabio Wibmer scheint seine Zehverletzung wenig zu behindern

In der U13 Klasse sicherte sich Lorenzo Mascherini (ITA - Tribe Team) die Bestzeit, während sich in der U15 Klasse das Duell zwischen Henri Kiefer (GER - Sram Young Guns) und Mike Huter (SUI - Bikecorner Baar) fortsetzte. Allein in diesen Klassen ist der Kampf um die Gesamtwertung so spannend, dass man immer wieder daran erinnern muss, dass der Spaß im Vordergrund steht.

Mike Huter aus der Schweiz duelliert sich bei jedem Rennen mit Henri Kiefer Mike Huter aus der Schweiz duelliert sich bei jedem Rennen mit Henri Kiefer

Das Wetter änderte sich dann zum Sonntag und irgendwann kam auch der angekündigte Regen. Zum Glück ist die Strecke in Saalbach wenig wetteranfällig und somit war es nur der Himmel, der sich im Gegensatz zur Stimmung etwas grauer präsentierte. Doch auch die Wetterbeauftragten haben sich im Laufe des Vormittags wieder für bessere Bedingungen entschieden und somit war es dann zum Finale trocken und es kam sogar die Sonne heraus.

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In der U13 Klasse setzte sich Lorenzo Mascherini erneut durch, obwohl er erschwerte Bedingungen zu bewältigen hatte. Der junge Italiener musste aufgrund einer Streckensperrung seinen Finallauf wiederholen, behielt aber die Nerven und sicherte sich mit 3:51.710 und etwa 7 Sekunden Vorsprung die Bestzeit.Zweiter wurde Raoul Schneeberger (SUI - Les 9 Roues) durch, während Anton Rojan (GER - BSS Youth Syndicate) sich mit nur drei Zehntelsekunden Abstand dahinter platzierte.

international besetztes Podium der Klasse U13 international besetztes Podium der Klasse U13

Und auch in der U15 Klasse konnte der vortagesschnellste Henri Kiefer mit 3:38.907 Minuten und 2.9 Sekunden Vorsprung auf seinen Konkurrenten Mike Huter das Rennen gewinnen. Damit hat der Deutsche seinen Vorsprung im Gesamtklassement weiter ausgebaut. Hoffentlich lässt sich Mike Huter davon nicht demotivieren, denn fest steht, bei beiden handelt es sich um Ausnahmetalente, die das Zeug haben, eine erfolgreiche sportliche Karriere zu absolvieren. Auf dem dritten Rang komplettierte Lars Büngen (GER - Commencal Co-Factory Team) das Podest.

Henri Kiefer hatte wieder einmal die Nase vorn Henri Kiefer hatte wieder einmal die Nase vorn

In der Klasse Girls U13/U15 konnte Anouk Reiner und Rosa Zierl einen Doppelerfolg für Österreich und das Downhill Team Tirol erreichen. In der Altersklasse U17/U19 dagegen sicherte sich Ottilia Johansson Jones (SWE - DH Talent Team) die Bestzeit. Sie spielte ihren Heimvorteil voll aus und erreichte mit ihrer Zeit unter drei Minuten die beste Zeit aller weiblichen Teilnehmerinnen. Anastasia Thiele (GER - BSS Youth Syndicate) bewies mit nur zweieinhalb Sekunden Rückstand, dass sie nicht zu Unrecht als große deutsche Hoffnung gehandelt wird. Dritte wurde Johanna Illmer (AUT - Bike Republic Gravity Team).

Freude bei Anouk Reiner und Rosa Zierl über den Doppelerfolg Freude bei Anouk Reiner und Rosa Zierl über den Doppelerfolg

Die Bestzeit des Tages erzielte Open Men Fahrer Fabio Wibmer (AUT - Specialized) mit 3:31.796, während die Open Junior Fahrer Gabriel Wibmer (AUT - Ride Free Osttirol) und Nico Ofner (AUT - Radlager Racing Division) mit 3:32 ähnliche Zeiten einfuhren. Dieser Vergleich liefert eine Einordnung, wie hoch die Zeit von Henri Kiefer einzuschätzen ist, denn es wären insgesamt nur 11 Athleten schneller gewesen.

Alle weiteren Ergebnisse sind hier zu finden. Saalbach hat auf jeden Fall wieder ein Festival abgeliefert, welches man unbedingt besuchen sollte. Die Wettbewerbe sind immer absolut hochkarätig, aber auch die Sideevents lassen nie Langeweile aufkommen. Auch muss man bei der Vielzahl der existierenden Festivals ziemlich hoch bewerten, wie viele Aussteller den Weg dort hinfinden. Die Serie geht nun direkt am nächsten Wochenende im italienischen St. Kassian / Alta Badia weiter.