Respektiere deine Grenzen © Thomas Dietze
iXS Downhill Cup

Raceetikette oder was sonst noch wichtig ist

Sicherlich gibt das Reglement einige erste Richtlinien wie man sich bei einem Rennen verhalten sollte, aber vieles, was eigentlich normal sein sollte steht da nicht. Deshalb ist es an der Zeit, mal auf einige Sachen aufmerksam zu machen.

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Ein erster Punkt ist sicherlich der Umgang miteinander. Irgendwie kommt es bei jedem Rennen vor, dass sich irgendjemand im Ton vergreift. Meistens bekommen dies die Streckenposten zu spüren, die egal wie gut sie ihren Job machen, es keinem Recht machen können. Hier sollte sich jeder vor Augen führen, dass dies freiwillige und meist unbezahlte Helfer sind, die es in ihrer Freizeit ermöglichen, dass ein Rennen überhaupt stattfinden kann. Im Übrigen wird oft eine schlechte Einweisung bemängelt, dazu kann nur gesagt werden, dass es bereits seit einigen Jahren eine Vorlage mit allen wichtigen Informationen gibt. Diese wird den Streckenposten meist bereits im Vorfeld ausgehändigt und an jedem Tag findet nochmal eine extra Einweisung statt, oftmals mit den eingesetzten Kommissären. Aber wie gesagt, es handelt sich hier nicht um beruflich qualifizierte Streckenposten, sondern um oft unentgeltlich eingesetzte Freiwillige ohne die es keine Rennen geben würde.

Streckenposten

Das Thema Protektoren muss wohl eigentlich nicht mehr diskutiert werden, die verschiedenen Standpunkte sind klar. Sicher ist, in Deutschland, Frankreich und der Schweiz besteht eine generelle Protektorenpflicht. Und wie es bei den Rennen in den anderen Ländern durchgesetzt wird ist abhängig vom Veranstalter und den Kommissären. Idiotisch ist nur das Argument, dass Protektoren beim Fahren stören und dann genau von diesen Leuten eine wohl eher minderergonomische Pappe als Attrappe unter dem Trikot getragen wird. Auch fällt auf, dass oftmals Fahrer dieses Argument vorbringen, die von Protektorenherstellern gesponsert sind. Macht sich sicherlich gut bei den nächsten Verhandlungen. Also wie gesagt, wer in Deutschland und der Schweiz rumdiskutiert, der raubt seinem Gegenüber einfach die Zeit.

Aufgrund der Einführung des Trainings der Top 80 der Elite Men bzw. Top 10 der Elite Women im European Cup ist die Startnummernausgabe nur noch am Freitag möglich, da nur so es realisierbar erscheint, aufzulisten, wer zu diesem Training zugelassen ist. Ausschlaggebend hierfür ist die Platzierung in der Weltrangliste. Das bedeutet, die besten 80 bzw. 10 Anwesenden der Weltrangliste sind zu diesem Training berechtigt. Die Fairness sollte so weit gehen, diesen Fahrern die Strecke frei zu halten und sich nicht unberechtigt unter diese Fahrer mischen, genauso wie Hobbyfahrer nicht im Lizenztraining fahren sollten. Wer seine Startnummer nicht persönlich am Freitag abholen kann, hat die Möglichkeit, sofern er angemeldet ist, diese von einer anderen Person z.B. dem Teammanager abholen zu lassen. Allerdings ist es wichtig, dass die Lizenz bei der Startnummernausgabe vorgelegt wird.

Ein leidiges und schwer nachzuvollziehendes Thema ist der Müll. Obwohl man eigentlich davon ausgehen kann, dass Mountainbike Fahrer im Allgemeinen sehr naturverbunden sind, scheint es vielen unmöglich den selbst produzierten Müll in die dafür vorgesehen Behälter zu schmeißen. Auch die Dosen des im Zielbereich ausgegebenen Red Bulls sind nicht gerade biologisch abbaubar und gehören in den Abfalleimer, der meistens in direkter Reichweite steht (leider scheint die Reichweite oft größer als der eigene Horizont). Mit dem Startgeld erkauft man sich nicht gleichzeitig einen Aufräum- und Umweltdienst.

Das Verhalten auf der Strecke bedarf auch noch ein paar leicht zu befolgenden Hinweisen. Grundsätzlich ist es nicht vorteilhaft auf der Strecke stehen zu bleiben oder sogar auf ihr nach oben zu schieben. Wer anhält sollte sich sofort hinter das Absperrband begeben. Und auch das Anhalten muss nicht auf oder unmittelbar hinter einem Absprung oder einer Kurve erfolgen. Schon im Physikunterricht der fünften Klasse hat man gelernt, wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein! Auch wenn die Erdanziehung wieder einmal zu groß war, allerdings nichts Schlimmes passiert ist, wäre es fair, das Fahrrad schnellstmöglich hinter die Absperrung zu legen und sich dort zu vergewissern, dass noch alles dran ist. Dieses Vergewissern sollte übrigens auch Standard sein, denn ohne Bremshebel nützt einem auch keine 14-Kolbenbremse was.

Auffällig ist in letzter Zeit die im Reglement ausdrücklich verbotene Beschneidung der Startnummer. Sicher ist jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Kommissär hier zu Recht Verwarnungen oder sogar Disqualifikationen ausspricht. Für die Zeitmessung ist die Startnummer wichtig und wenn diese kaum noch zu erkennen ist, dann gibt’s vielleicht irgendwann einfach keine Zeit. Besonders ungünstig ist das Herausschneiden des weißen Zwischenraums in den Ziffern, um die Leitungen hindurchzuführen, weil dann ist es aus einiger Entfernung einfach nur noch ein schwarzer Fleck.

Startnummern

Wichtig ist vielleicht auch noch der Hinweis, dass falls Nachmeldungen möglich sind, die in dem Formular einzutragenden Angaben möglichst leserlich geschehen sollten. Falls das Schreiben mit lesbaren Druckbuchstaben aufgrund unzureichender feinmotorischer Fähigkeiten nicht möglich sind, könnte dies geübt werden, jemand zur Hilfe herangezogen werden oder im Schreibwarengeschäft eine Buchstabenschablone gekauft werden. Der Lehrer hat früher immer beim Diktat gesagt, was nicht lesbar ist, steht nicht da. Das würde bedeuten, man steht dann nicht auf der Startliste.

Nachmeldeformular

Auch wird oftmals gefragt, ob man bei einem DNF, also Did Not Finished, also nicht ins Ziel gekommenen Seeding Run im Finale starten kann. Ja, das ist so, nur im Falle, dass man den Seeding Run gar nicht erst angetreten hat, ist ein Start im Finale nicht möglich. Dies ist im Übrigen auch eine Möglichkeit, sich einen Start am Sonntag noch offen zu halten, falls man beispielsweise am Samstag keine Lust hat. Man muss dann nämlich nur mit vollständiger Ausrüstung und Fahrrad mit Startnummer durch den Start und kann anschließend sofort die Strecke verlassen und sich wieder hinlegen.

Eine andere häufig gestellte Frage ist, wann man eigentlich am Start losfahren kann. Dazu gibt es ein Zeitfenster von 10 Sekunden, dieses beginnt 5 Sekunden vor der vollen oder halben Minute und endet 5 Sekunden danach. Das heißt, man muss nicht auf die Sekunde seine Startzeit einhalten, sondern hat eigentlich genügend Zeit. Die Zeitmessung bekommt das Signal auch nicht von der Uhr sondern von dem Startbalken, der beim Start aufgeklappt wird. Es ist also egal, wann man in den 10 Sekunden startet. Für alle, die nur noch digitale Uhren lesen können wird übrigens dieses Zeitfenster auch durch ein grünes Symbol auf der Startuhr signalisiert.